Ordnung schaffen mit Marie Kondo – Deutschland räumt auf

Aufräumen mit Marie Kondo

Wer vor einigen Wochen bei Netflix durch die Empfehlungen gescrollt hat, dem wurde wohl unweigerlich Aufräumen mit Marie Kondo angezeigt. Pünktlich zum Neujahrstag und damit zu den zahlreichen guten Vorsätzen startete der Streaminganbieter seine neue Serie.

Inzwischen gibt es auf YouTube jede Menge Declutter-, Aufräum-, Ausmist-, Aussortier-, Ordnen- und Frühjahrsputzvideos, in denen die Methode von Marie Kondo angewendet wird. Und Instagram quillt über vor lauter Vorher-Nachher-Vergleichen. Vorher: Ein chaotischer, rappelvoller Kleiderschrank. Nachher: Alles farblich sortiert und nur noch halb so voll. Vorher: Vollgestopfte, unübersichtliche Vorratsschränke. Nachher: Alle Lebensmittel gut sichtbar in Dosen oder Gläsern mit Beschriftung im Schrank verstaut. Der Hashtag #tidyingupwithmariekondo führt auf Instagram zu 32.400 Beiträgen, unter #konmarimethod lassen sich sogar etwas mehr als 100.000 Beiträge finden.

 

Wer ist Marie Kondo?

Marie Kondo stammt aus Tokio und lebt mittlerweile mit ihrem Mann und zwei gemeinsamen Töchtern in Kalifornien. Sie wurde 1984 geboren und ist Beraterin und Bestsellerautorin. 2013 erschien in Deutschland ihr Buch Magic Cleaning, in dem auch schon das Konmari-Konzept vorgestellt wird.

Konmari – Das ist das Aufräum-Konzept, welches Marie Kondo entwickelt hat. Im Englischen wurde das Verb kondo eingeführt, was einen Schrank aufräumen bedeutet.

 

Die Konmari-Methode

Aufräumen kann man mit Marie Kondos Methode übrigens alles. Sie selbst empfiehlt aber, dabei in einer bestimmten Reihenfolge vorzugehen. Zuerst geht es den Kleidungsstücken an den Kragen, dann folgen die Bücher, es geht weiter mit Papieren, anschließend kommt Kleinkram und zuletzt, für viele wohl der emotionalste und schwierigste Teil, werden die Erinnerungsstücke aussortiert.

Wichtig ist außerdem, dass man alles aus einer Kategorie auf einmal ausmistet und es vorher an einem einzigen Ort sammelt. Bedeutet also, dass nicht nur der gesamte Inhalt des Kleiderschrankes auf dem Bett oder Fußboden verteilt wird. Auch die Jacken von der Garderobe, genauso wie Schals und Halstücher und ja – auch die Kiste vom Dachboden oder aus dem Keller mit Klamotten drin gehört hier dazu.

Neben dem Haufenprinzip gehören vier weitere Schritte zu Kondos Methode, um unnötigen Ballast abzuwerfen:

  1. Alles auf einmal und in kurzer Zeit aufräumen.
  2. Anhand der Frage „Bereitet es mir Freude?“ (engl. „Does it sparks joy?“) entscheiden, ob man ein Teil behält oder nicht.
  3. Jeder Gegenstand bekommt einen eigenen Platz zugewiesen.
  4. Jeder Gegenstand muss richtig verstaut werden.

Zentraler Punkt bei Marie Kondos Strategie ist der zweite und damit entscheidet sich dieses Prinzip von den meisten anderen Aufräum-Ratgebern. Laut Kondo soll man jedes Teil einzeln in die Hand nehmen und sich fragen, ob man dabei Freude verspürt. Diese Methode geht auf den japanischen Shintoismus zurück, wonach auf Gegenstände eine Seele zugesprochen bekommen. Fühlt man keine Freude, wenn man ein bestimmtes Teil in der Hand hält, soll man sich bei ihm bedanken und es weggeben.

Auch zum richtigen Sortieren gibt es Tipps von der Japanerin. Sachen im Kleiderschrank lassen sich gut nach Farbe sortieren, anderen vielleicht besser nach Größe. Auch für das richtige Falten von T-Shirts hält Kondo eine Anleitung bereit.

Aufräumen mit Marie Kondo

Nie wieder Unordnung mit Marie Kondo!

 

Aufräumen mit Marie Kondo bei Netflix

Bei Netflix können wir dabei zuschauen, wie Marie Kondo Familien in Kalifornien besucht und ihnen dabei hilft, ihr zumeist sehr großes Haus auszumisten. Eine Folge beschäftigt sich dabei mit einer Familie und zeigt über einen Monat hinweg, wie nach und nach alles ausgemistet wird. Dabei fällt insbesondere auf, dass der eigentlich einfache Prozess des Ordnungschaffens eine emotionale Angelegenheit zu sein scheint, denn es wird sehr viel geweint. Einiges ruft negative Erinnerungen hervor, weswegen wir es lieber Jahre oder Jahrzehntelang auf dem Dachboden in einer Kiste ganz hinten in der Ecke vergessen. So kann ein Aufräummarathon durch den Keller gleichbedeutend damit sein, den Verlust eines lieben Menschen zu verarbeiten. Bei Geschenken, die die meisten wohl nicht wegschmeißen, weil es eben ein Geschenk war, hat Kondo auch einen Tipp parat. Da es bei Geschenken mehr um die Geste und weniger um die Sache als solche gehe, ist es auch in Ordnung, diese materiellen Dinge auszusortieren, wenn man keine Freude mehr empfindet.

 

Warum ist die Konmari-Methode so im Trend?

Netflix dürfte zum Einen genau den richtigen Zeitpunkt gewählt haben, um die Sendung rund um Marie Kondo in ihr Programm aufzunehmen. Zum neuen Jahr haben viele neue Vorsätze und sind voller Energie, diese auch umzusetzen. Zum Anderen aber leben wir ohnehin in einer Welt voller Überfluss. Die Methode macht uns das bewusst, indem wir uns – richtig angewendet – fragen müssen, ob wir wirklich beim 25. Pullover und bei der 78. Postkarte noch Freude empfinden. Wenn das so ist (sofern man wirklich ehrlich zu sich selbst war) dann ist das in Ordnung und die Sache darf wieder in den Schrank wandern. Wer einmal angefangen hat, macht sicherlich woanders weiter. Denn wir alle kennen das Gefühl, wie befreiend es ist, wenn man nach einigen Stunden Arbeit aussortiert und somit wieder mehr Lieblingsteile im Schrank hat.

Wenn Sie sich also die Tage auf der Suche nach der Lieblingstasse zwischen all den anderen fragen, ob Sie das wirklich alles brauchen, fangen Sie an, auszumisten. Oder schauen Sie sich zuerst bei Netflix eine Folge Aufräumen mit Marie Kondo an – es motiviert bestimmt.

 

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