Mobil in der Stadt: Uber als Alternative zum öffentlichen Nahverkehr

Unterwegs mit Uber

Städtetrips sind eine tolle Sache. Mal eben für zwei oder drei Tage eine weltbekannte Metropole erkunden; günstige Flugpreise und ein großes Angebot an Unterkünften machen’s möglich. Ob Student, mitten im Berufsleben oder im Ruhestand: Städtetrips sind attraktiv für jeden. Erschwingliche Hotels finden sich nun allerdings häufig nicht unbedingt im Zentrum, und kaum einmal liegen alle Sehenswürdigkeiten in fußläufiger Entfernung zueinander. Wie also bewegen wir uns am besten in einer Stadt, in der wir zwar möglichst viel erleben wollen, uns aber nicht auskennen? Eine Möglichkeit: Uber

 

Das Problem des öffentlichen Nahverkehrs

Fast jede Großstadt hat ein Netz öffentlichen Nahverkehrs. Ob nun Bus, U-Bahn oder beides, irgendeine Option, um von A nach B zu gelangen, findet sich eigentlich immer. Nun sind die Möglichkeiten dieses Nahverkehrsnetzes allerdings des Öfteren recht begrenzt. In Los Angeles etwa vergeht gern mal ein halber Tag, um mit dem Bus von einem Ort zum anderen zu gelangen – insbesondere wenn wir nur wenig Zeit haben, ist das ärgerlich. Hinzu kommt die Frage der Sicherheit: Wer in der Stadt der Engel einmal spätabends mit öffentlichen Verkehrsmitteln gereist ist, wird sich beim nächsten Mal vielleicht lieber nach einer Alternative umschauen. Und eine solche bietet Uber.

 

Uber – Was ist das?

Das 2009 in San Francisco gegründete Unternehmen fungiert als Dienstleister, es bringt Fahrer und Fahrgäste zusammen. Theoretisch kann jeder, der einen eigenen PKW nebst gültiger Fahrerlaubnis und etwas Fahrpraxis besitzt, bei Uber einsteigen. Das eigene Auto wird dann zum Taxi: Die Fahrer bewegen sich überall in der Stadt, potentielle Kunden können über die Uber-App angeben, dass sie eine Mitfahrgelegenheit benötigen – die Anwendung vermittelt dann einen passenden Fahrer in der Nähe. Alle Fahrer sind selbstständig, Uber stellt ihnen lediglich seinen Vermittlungsservice zur Verfügung und kassiert dafür eine Provision an jeder Fahrt.

 

Eine Fahrt buchen

Ein Beispiel: Wir registrieren uns als Kunde bei Uber. Dafür laden wir uns lediglich die entsprechende App herunter und erstellen uns ein Benutzerprofil. Wir besichtigen nun vielleicht gerade den Pier 39 in San Francisco und möchten anschließend zurück zum Hotel fahren. Wann immer wir möchten, rufen wir nun die App auf und buchen uns eine Fahrt.

Hier haben wir zunächst die Möglichkeit, aus verschiedenen Angeboten zu wählen. Möchten wir gern besonders günstig fahren und sind nicht unbedingt darauf angewiesen, möglichst schnell ans Ziel zu gelangen, können wir uns etwa mit Uber Pool die Fahrt mit anderen Reisenden teilen – das spart Geld. Alternativ können wir uns mit Uber Express eine Fahrt nur für uns selbst buchen. Egal, wie wir entscheiden, die App greift auf unseren Standort zu und fragt ab, wie viele Plätze wir benötigen. Sind alle Informationen gesammelt, sucht die Anwendung nach dem am ehesten passenden Fahrer in der Umgebung. Bestätigt dieser seine Verfügbarkeit, schickt die App uns eine Benachrichtigung: Wir erfahren, wer uns abholt, erhalten Namen, Automarke sowie Kennzeichen. Haben wir uns für das kostengünstigere Uber Pool entschieden, müssen wir eventuell einige Meter zum Abholort laufen. Das ist aber kein Problem: Die auf Google Maps basierende Kartenansicht der Uber App lotst uns zielsicher zur richtigen Position.

Uber: Haben wir eine Fahrt abgeschlossen, können wir den Fahrer bewerten und erhalten eine Zusammenfassung.

Haben wir eine Fahrt abgeschlossen, können wir den Fahrer bewerten und erhalten eine Zusammenfassung. Quelle: Screenshot Uber-App

Die Kosten einer Fahrt schwanken recht stark. Der Preis hängt zunächst einmal davon ab, ob wir das günstigere Uber Pool oder eine der teureren Optionen gebucht haben. Darüber hinaus bestimmt aber auch die Nachfrage den Preis: Möchten momentan viele Kunden Uber nutzen, steigen die Kosten pro Fahrt an. Zu guter Letzt ist der Preis standortabhängig; eine Fahrt in San Francisco ist zum Beispiel tendenziell günstiger als eine in Los Angeles.

 

Leider nicht in Deutschland

Wer jetzt darüber nachdenkt, beim nächsten Besuch in München auf Uber umzusteigen, wird allerdings enttäuscht: Der Dienst ist in Deutschland in der hier präsentierten Form nicht verfügbar – und wird es vermutlich auch in Zukunft nicht sein. Schuld daran ist die deutsche Gesetzgebung. So ist es nach § 49 des Personenbeförderungsgesetzes vorgeschrieben, dass so genannte „Funkmietwagen“, also private Mietwagen und Fahrer, neue Aufträge lediglich telefonisch oder vom Unternehmenssitz aus annehmen dürfen. Eine Auftragsvergabe per App, wie von Uber praktiziert, scheidet damit aus.

In einigen deutschen Städten, namentlich Hamburg, Berlin und Düsseldorf, wird Uber Taxi angeboten. Hier werden Fahrten an konzessionierte Taxen vermittelt – zu den vom Taxiunternehmen festgelegten Preisen. Die Kosten sind besonders gegenüber Uber Pool deutlich höher.

 

Kritik am Unternehmen

Auch wenn uns Uber in vollem Umfang in Deutschland wohl verwehrt bleiben wird, für den nächsten Urlaub im Ausland könnte der Dienst eine praktische Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln sein. Wir als Kunden sollten uns allerdings immer bewusst machen, dass der günstige Preis auch bedeutet, dass die Fahrer nicht allzu viel pro Fahrt verdienen.

Generell hält sich Uber sehr bedeckt, was die Verdienste der Fahrer oder gar die unternehmenseigene Provision angeht. Verschiedene Studien kommen aber zum Ergebnis, dass die finanzielle Situation der Fahrer nicht unbedingt rosig aussieht: Das MIT geht gar davon aus, dass in den USA ca. 30% der Fahrer nach Abzug aller eigenen Kosten einen Verlust machen. Durchschnittlich werden in derselben Studie 3,37 Dollar pro Stunde als Verdienst angegeben. Andere Statistiken kommen allerdings auf teils weit größere Beträge. Uber selbst hält sich wie gesagt bedeckt: Jeder Fahrer könne so viel verdienen, wie er will, heißt es von Seiten des Unternehmens. Viele nutzen den Dienst letztlich als praktischen Zuverdienst: Nach Feierabend werden ein paar Fahrten gemacht, um sich nebenher etwas Geld zur Seite legen zu können. In US-amerikanischen Metropolen wie San Francisco kommt darüber hinaus hinzu, dass es unglaublich teuer sein kann, den PKW zu parken – es ist einfach günstiger, dass eigene Auto in Bewegung zu halten, und zwar trotz Verschleiß und Benzinkosten.

Wer Uber im nächsten Urlaub ausprobieren möchte, findet hier die App für iOS und hier für Android. Alternativ ist auch eine Registrierung auf der Website des Unternehmens möglich.

 

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