Paketzustellung 2.0: In China liefern Drohnen Post aus

In China liefern erstmals Drohnen Post aus.

Quelle: Deutsche Post AG

Guangzhou im südlichen China hat stolze 11 Millionen Einwohner – trotzdem kennt wohl kaum jemand bei uns in Deutschland die Metropole. Wenn überhaupt, ist uns der Name ab und an einmal begegnet. Und genau hier, in diesem so unauffälligen Ort ist die erste innerstädtische Drohnen-Lieferroute an den Start gegangen. Ein Bericht zur Drohnenpost.

 

Fünfmal so schnell wie ein Auto

Eine Drohne zum Ausliefern von Post hat natürlich einige Vorteile: In der Luft ist die Sendung sehr viel schneller beim Empfänger, als dies auf den überfüllten Straßen einer Großstadt möglich wäre. Eine Drohne allerdings kann dafür weit weniger transportieren als ein PKW oder gar ein Transporter. Viel mehr als ein paar Briefe ist derzeit nicht drin. Die in Guangzhou eingesetzten Drohnen können beispielsweise eine Last von bis zu fünf Kilogramm tragen – und das auch nur über eine Strecke von acht Kilometern.

 

Auf fester Route unterwegs

Derzeit fliegen die Drohnen nur im Dienst eines nicht näher bezifferten Business-Kunden auf einer festgelegten Route. Zweimal am Tag liefern die Flieger die Post des Unternehmens zum DHL-Servicezentrum vor Ort. Stichwort DHL: Der deutsche Konzern betreibt den Dienst über das Joint-Venture DHL-Sinotrans. Die verwendeten Drohnen liefert der chinesische Hersteller EHang. Der hat auch bereits deutlich leistungsfähigere Modelle im Programm – so könnte man nach eigenen Angaben Drohnen ausliefern, die bis zu 25 Kilogramm schwere Pakete über mehrere Hundert Kilometer zu transportieren in der Lage wären.

 

Vollautomatisierte Prozesse

Die Luftroute durch Guangzhou ist nicht der erste Versuch in China generell – sie ist allerdings die erste Linie, die innerhalb einer Stadt verkehrt, und die erste mit fast gänzlich automatisierten Abläufen. So landen die Drohnen zunächst auf einer Packstation. Die Sendungen werden hier dann automatisch auf- und wieder abgeladen. Der Empfänger kann seine Post aus der Packstation abholen, indem er sich mit Hilfe einer Gesichtserkennungs-Software und seines Personalausweises identifiziert.

Die Drohnen landen auf einer Packstation.

Die Drohnen landen auf einer Packstation. Quelle: Deutsche Post AG

 

Drohnen und Post: zunächst ein Pilotprojekt

Wenngleich sowohl DHL als auch EHang auf dem chinesischen Markt einen riesigen Bedarf an Drohnenpost sehen, wird die Route in Guangzhou wohl vorerst die einzige bleiben – zumindest was Flüge innerhalb von Städten angeht. Denn: Das letzte Wort in der Angelegenheit hat die chinesische Regierung. Genehmigungen zur Nutzung des Luftraums sind vor Ort schwierig zu bekommen – die obliegen dem Militär.

 

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